Gloucester Sommer 2014

Gloucester 30.06.2014
Hallo zusammen, das Neue Jahr ist nun schon ein paar Tage alt und da wurde mir wieder bewußt, dass wir noch nicht alle unsere Erlebnisse aus dem letzten Jahr mit Euch geteilt haben. Ich gelobe Besserung! Die setze ich dann gleich mal um.
Der letzte Tag im Juni 2014 verspricht ein toller Sommertag zu werden, wir entschieden uns diesen für eine Whale Watching Tour auf den Atlantik zu nutzen. Die startet in Gloucester, eine Stadt, die nach wie vor von der Fischerei lebt. In der Nähe sind wundervolle Strände und Naturschutzgebiete, wo man die Zeit ganz leicht vergessen kann. Für uns geht es heute aber aufs Wasser. Ich bin mal gespannt, wie ich mit dem Seegang klar komme? Im Hafen angekommen, wird uns dann ein Parkplatz hinter einem Zaun zugewiesen, weil der Rest schon voll ist. Da wird klar, wir sind nicht die einzigen die diese Idee hatten. In dem dazu gehörigen Shop finden wir ein paar Souveniers zum Anziehen und kaufen sie tatsächlich auch. Bisher haben wir es auch nicht bereut. Gut gerüstet mit Sunblocker und entsprechender Kleidung für das Meer, suchen wir uns einen Platz im vorderen freien Bereich des Schiffes. Bevor es los geht, gibt es noch ein paar Instruktionen wie man sich an Bord zu verhalten hat und wie die Sichtungen angegeben werden. Das Auslaufen um 13 Uhr ist toll, wir fahren durch eine Bucht und haben vom Schiff aus einen Rundumblick auf die seitlich von uns liegende Stadt, das Hafengebiet und einen kleinen Strand. Die Fahrt hinaus dauert heute etwas länger, da die Wale in Richtung Boston den Fischschwärmen folgen. Während der Fahrt erfahren wir, welche Wale sich zur Zeit hier befinden und einige Dinge mehr. Außer der Information, welche Wale sich hier tummeln, verschone ich Euch mit Fachwissen. Es gibt: Minkwale, Buckelwale, Pottwale, Seiwale (gehören auch zu den Riesen), Blauwale (nur noch sehr selten zu sehen), ebenso der atlantische Nordkaper, Finnwale, Schweinswale und die weißen Atlantik Delfine. Das sind doch schon ’ne Menge, bin gespannt welche wir zu sehen bekommen. Ein weiterer Zeitvertreib ist Nahrung zu sich zunehmen. Die Auswahl fällt nicht so groß aus, aber mein Schatzi hat für mich eine Lobsterbisque (Hummersuppe), frisch auf dem Schiff gekocht, ausgesucht. Ich war echt von den Socken, super lecker. Kay war doch ein bisschen neidisch, er hatte leider den üblichen Burger. Wie erwartet, war es auf See ziemlich frisch. Kein Problem für uns, aber die weniger gut präparierten hatten so ihre Not. Die Hühnerpellen waren teilweise schon witzig anzuschauen.
Endlich war es soweit, die ersten Ansagen für Walsichtungen kamen. Das Schiff wurde langsamer und das große Staunen begann. Ich kann Euch sagen, es ist egal dass man weiß, das die groß sind. Atem raubend, ein unbeschreibliches Erlebnis. Wir haben mehrere Buckelwale sehen dürfen und einer davon ist aus dem Wasser hoch gesprungen um die Heringe zu fangen. Irre!!! Ich habe mehr in Originalgröße sehen dürfen als Kay, denn der Gute hat fast die ganze Zeit durch die Linse geschaut. Den springenden hat er aber noch ohne Linse sehen können. Das war ebenso toll, wie die Delfine in Portugal. Das Grinsen blieb, bis wir wieder eingelaufen waren. Der heutige Tag in diesem Ort ist zufällig ein Feiertag, es ist St. Peter’s Day. Dieser Tag wird seit 1927 zu Ehren von Petrus gefeiert. Eingeführt von den zugewanderten Italienern, ist die einstige Ehrung mittlerweile zu einem 5 Tage Spektakel angeschwollen, dazu gehört auch ein Jahrmarkt. Den Abschluß der Feier bildet der Versuch, am Ende eines eingesalbten Telefonmasten, der in 3 Meter Höhe auf einer im Wasser schwimmenden Plattform angebracht ist, das rote Tuch zu ergattern. Hat der Teilnehmer dies erreicht, so schwimmt er damit an Land. Sein Sieg wird dann mit einer Parade durch die Stadt gefeiert. Wir hatten das Glück, vom Schiff aus einigen Teilnehmern beim Abschmieren zuzusehen. Ein Heidenspaß.
Am Ankerplatz angekommen realisiere ich, ich war ja gar nicht Seekrank. Super! Dennoch fühlt es sich gut an, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Noch ein bißchen schwankend machen wir uns auf den Weg zu unserem derzeitigen Auto, dem Buick. Wir stellen mit Erschrecken fest: die Beifahrertür steht offen. Große Aufregung, was ist passiert, ist er aufgebrochen, wurde was geklaut? Ach du heilige Scheiße, ist ja nicht mal unser Auto. War das Auto abgeschlossen, wo ist eigentlich der Schlüssel? Die Groschen fallen Centweise, die Tür war die ganze Zeit auf. Kay hatte sich auf der Seite umgezogen und einfach vergessen, abzuschließen. Es fehlt nichts, was für ein Glück! Zum Ausklang des Tages wollen wir uns noch den Jahrmarkt anschauen und den Ort der abgeschmierten Teilnehmer. Den Abschluß bildet das Abendessen in einem nahe gelegenen Restaurant, wir ordern Fisch vom Grill. Garantiert nicht frittiert. Es war einer der unvergesslich tollen Tagen und Petrus hat an seinem Feiertag netterweise eine schützende Hand über unser Auto gehalten.

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